Montag, 26. Januar 2015

Die Floskel der Woche: «Wir hoffen, dass unsere Offerte Ihren Vorstellungen entspricht»



Wer nur noch hoffen kann, hat verloren. Dieser Satz signalisiert Unsicherheit und Zweifel. Die Empfängerin, der Empfänger denkt: Da hat einer seinen Job schlecht gemacht und hofft nun, dass wir es nicht merken und er den Auftrag trotzdem erhält.

Selbstbewusste formulieren anders. Sie sind von Ihrer Offerte überzeugt und sagen es auch.

Zum Beispiel so: «Auf der Baustelle XXX erledigen wir gerade alle Elektroarbeiten. Kommen Sie vorbei und überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Arbeit!» Oder: «Wenn Sie bis am 28. Januar bestellen, können wir Ihren Wunschtermin problemlos einhalten.» Oder: «Ein Anruf genügt, und wir legen sofort los!»

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Floskel der Woche: «Sehr geehrter Herr Meier» oder «Sehr geehrte Frau Müller»



Man kann das Alter ehren, die Sieger ehren und die Besten oder ein ehrendes Andenken bewahren – aber muss der Empfänger eines Briefes tatsächlich auch geehrt werden? Und Hand aufs Herz: Ehren Sie den Adressaten auch wirklich? Sie müssten es tun, sonst ist es einfach eine Floskel und deshalb nicht sehr ehrenswert.

Diese Anrede ist ein Relikt aus jenen Zeiten, als die Adligen vom gemeinen Volk unterwürfig mit «Sehr geehrter Herr Baron» oder «Sehr verehrte Frau Baronin» angesprochen werden mussten. Also: weg mit dieser unsäglichen Floskel!

Heute heisst es schlicht, ehrlich und einfach: «Guten Tag Herr Meier» oder «Guten Tag Frau Müller».

Freitag, 9. Januar 2015

Herkunft und Funktion des Ausrufezeichens


Text: Duden-Sprachberatung

Im Vergleich zu Punkt, Komma und Doppelpunkt, die schon bei den Griechen und Römern zum Einsatz kamen, ist das Ausrufezeichen ein eher junges Satzzeichen. Unter der Bezeichnung „Rufzeichen“ tauchte es offiziell erst im 17. Jahrhundert auf. Das älteste Zeugnis seiner Anwendung in Deutschland ist wohl der Erstdruck von Johann Fischarts „Ehezuchtbüchlein“ Flöhhatz von 1572.

Das Ausrufezeichen, das zu den Schlusszeichen gehört, dient dazu, einer Äusserung besonderen Nachdruck zu verleihen. So steht es beispielsweise nach Interjektionen und in der Regel nach Aufforderungs-, Wunsch- und Ausrufesätzen: Na, na! Pst! Au! Verlassen Sie sofort mein Büro! Oh, hätte ich nur nichts gesagt! Verflixt und zugenäht! Auch wenn ein Ausruf als Fragesatz formuliert ist, setzt man ein Ausrufezeichen: Was erlauben Sie sich eigentlich! Wie lange soll ich hier denn noch warten!
 

Nicht gesetzt werden Ausrufezeichen, wenn es sich um abhängige Aufforderungs- oder Wunschsätze handelt oder um Imperative, die ohne besonderen Nachdruck geäussert werden: Ich wünschte, ich hätte nichts gesagt. Schlagen Sie bitte die Seite 58 auf.
In Klammern innerhalb eines Satzes steht das Ausrufezeichen oftmals nach Ausdrücken, auf die besondere Aufmerksamkeit gelenkt werden soll: Er soll während der Feiertage 5 (!) Kilo zugenommen haben.




Das Ausrufezeichen zusammen mit anderen Satzzeichen

Treffen Ausrufezeichen und Anführungszeichen zusammen, kann das Ausrufezeichen entweder zum Angeführten gehören oder sich auf den gesamten Satz beziehen. Im ersten Fall steht es vor dem schliessenden Anführungszeichen. Wird der Satz weitergeführt, muss noch ein Komma gesetzt werden: „Komm mir bloss nicht mit dieser Ausrede!“, schrie er. Im zweiten Fall steht das Ausrufezeichen hinter dem schliessenden Anführungszeichen: Spiel doch nicht ununterbrochen Beethovens „Neunte“!
Im Verbund mit Gedankenstrich oder Klammer gilt das gleiche Prinzip: Das Ausrufezeichen steht vor dem zweiten Gedankenstrich, wenn es zum eingeschobenen Text gehört, bzw. vor der schließenden Klammer, wenn es zum eingeklammerten Text gehört: Wenn das so weitergeht, landen die beiden – welch ein Albtraum! – noch auf dem Standesamt. Der Antrag ist ausgefüllt zurückzusenden (bitte deutlich schreiben!).