Dienstag, 24. Februar 2015

Die Floskel der Woche: «Wir sehen Ihrer geschätzten Antwort mit Freude entgegen»



Diese Floskel ist zwar gut gemeint – bildhaft wird formuliert, wie sehr man sich auf die Antwort freut und jeden Tag ungeduldig zum Briefkasten rennt. Und nicht nur auf eine einfache Antwort wartet; nein, auf eine «geschätzte».

Wäre dieser Satz im Jahr 1954 geschrieben worden, könnte man ihn noch knapp durchgehen lassen. 2015 aber nicht mehr.

Besser: «Wir sind gespannt auf Ihre Antwort», «Danke für Ihre Antwort» oder «Wenn Sie uns bis am 3. April 2015 antworten, können wir den abgemachten Termin einhalten».

Montag, 16. Februar 2015

Die Floskel der Woche: «Wir sind ein führendes Dienstleistungsunternehmen»



Liest man den Stellenanzeiger, erhält man den Eindruck, dass jede dritte Firma in der Schweiz «führend» ist. «Wir sind ein führendes, international tätiges Industrieunternehmen», «Firma XX ist eine führende Herstellerin von qualitativ hochstehenden Schiebebeschlägen» und «Unser Auftraggeber ist ein national und international führendes Dienstleistungsunternehmen» liest man da. Und auf den Internetplattformen ist es nicht anders.

Nur schon das inflationäre Aufkommen dieses Adjektivs müsste die Personalverantwortlichen doch davon abhalten, diese Floskel zu verwenden. «Führend» heisst ja nichts, weil man sich nur als eines von vielen führenden Unternehmen sieht. Sonst wäre man ja die Nummer eins. Und: Wenn man es selber sagen muss, ist man es ja meistens
nicht …

Besser: Nur Adjektive benutzen, die das Unternehmen wirklich abgrenzen und einmalig machen. Sonst einfach weglassen und auf die Website verweisen.

Dienstag, 3. Februar 2015

Die Floskel der Woche: «Beiliegend sende ich Ihnen die gewünschten Unterlagen»



Diese Phrase könnte zu Missverständnissen führen: Wer das schreibt, müsste selber im Couvert liegen oder sich aufgelöst im E-Mail digital zum Empfänger beamen. Und das ist ja meistens nicht der Fall.

Was der Empfänger sieht, müssen Sie nicht schreiben: Er hat den dicken Reisekatalog ja bereits entdeckt, bevor Sie ihn darauf hinweisen, dass er beiliegt. Und auch die PDF-Datei, die Sie ihm oder ihr zusenden. «Angehängt» oder «anbei» sind übrigens ebenso unnötig und bürokratisch.

Besser: «Wir senden Ihnen die gewünschten Unterlagen.» Oder: «Sie erhalten unseren Geschäftsbericht.» Oder, noch besser: «Unsere Broschüre zeigt Ihnen unsere neue Kollektion – farbig, inspirierend und topmodisch!»